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Das Schlachtfeld
Am 2. Mai 1915 bildete die Illustrierte Le Miroir die erste Momentaufnahme von einem Gefecht ab, die zeigt, wie eine Bombe explodiert, als Dragoner zu Fuß in einer Landschaft mit Wiesen und Wäldern zum Angriff übergehen. Die mittelmäßige Qualität der Aufnahme bürgte nach Erklärung der Zeitschrift für ihre Authentizität. Das Dabeigewesensein trat nun in den Vordergrund, worauf eine lange Reihe von Momentaufnahmen folgte, die viel früher entstanden als das bekannte, im Spanischen Bürgerkrieg aufgenommenen Foto von Robert Capa, das einen republikanischen Soldaten genau in dem Augenblick zeigt, als ihn eine Kugel in vollem Lauf niederstreckt. Die Maler ließen sich trotzdem nicht davon abhalten, Schlachtgemälde in den verschiedensten Malstilen zu schaffen.
Die Schwierigkeiten bei der bildnerischen Gestaltung waren so gewaltig, daß sich für Künstler der unterschiedlichsten Schulen und Richtungen die verschiedensten Lösungen und Wege ergaben.
Selbstverständlich veränderte die technische Revolution die Kampfbedingungen, sie war ausschlaggebend für die Wahl der Taktik, zwang zum Verzicht auf Reiterattacken und zum Eingraben der Stellungen: der Verlauf des Krieges hing nun vom Erfindergeist der Ingenieure und der Anzahl der von der Industrie hergestellten Maschinen ab. Die kriegführenden Mächte förderten den technischen Fortschritt und setzten ständig verbessertes Kriegsgerät ein. Schnellere Schußfolge, durchschlagendere Wirkung der Geschosse und immer verheerendere Zerstörungen waren das Ergebnis. Außer Maschinengewehren kamen im Ersten Weltkrieg auch erstmals Panzer und Giftgas zum Einsatz.
Nachdem sich die Westfront von der Nordsee bis zum südlichen Elsaß stabilisiert hatte, erstarrte sie im Stellungskrieg. Von da an und bis zur Wiederaufnahme der Feldzüge im Jahre 1918, die zunächst von deutscher Seite, dann auch von alliierter Seite aus geführt wurden und Frontverschiebungen und Truppenbewegungen mit sich brachten, waren die Kriegsparteien hauptsächlich damit beschäftigt, ihre eigenen Stellungen einzugraben und durch Anlegen von Sappen und Einsatz von Minen die gegnerischen Linien zu vernichten.
Die veränderte Kriegführung stellte neue Anforderungen: Geschütze, Schützengräben und Verbindungswege mußten sich dem gegnerischen Blick entziehen. Der Feind spähte aus seinen Schützengräben heraus oder benutzte Fesselballons und Luftschiffe zur Unterstützung seiner Artillerie und zur Beobachtung von Truppenbewegungen. Tarnung wurde zu einer wesentlichen Aufgabe. Waren die Uniformen zuvor farbenfroh und auffallend gewesen, so mußten sie sich nun den neuen Bedingungen anpassen, um ungesehen zu bleiben.
Der Schützengraben diente gleichzeitig als Quartier, zur Deckung, als Ausgangspunkt für Angriffe, als Unterstand - und war bevorzugtes Ziel für Feuerüberfälle. Dort wurde gelebt, gewartet und tagtäglich gestorben. Nur wenige Kunstwerke schildern das tägliche Einerlei im Schützengraben, wenn die Waffen ruhten. An fotografischen Dokumenten, von Soldaten aufgenommen, die ihren Familien Einblick in ihren Alltag geben wollten, mangelte es hingegen nicht. |
Der Angriff
Der mechanisierte Krieg
Der unterirdische Krieg
Der unsichtbare Krieg
Der Schützengraben |