![]() |
![]() |
|
|
|
||
|
Der totale Krieg
Sehr schnell wurde deutlich, daß die deutsche Kriegsmarine die Royal Navy nicht gefährden konnte, so daß die alliierten Flotten den Versuch einer Blockade unternehmen konnten, die die Mittelmächte langfristig schwächte. Nach Zerstörung des deutschen Kreuzergeschwaders vor den Falklandinseln im südlichen Atlantik im Dezember 1914 beendete das Skagerak-Schlacht am 31. Mai 1916, bei dem es weder Sieger noch Verlierer gab, die deutsche Überwasserpräsenz. Doch bereits 1915 verfolgte Deutschland mit dem U-Bootkrieg mehrere Ziele, nämlich die Durchbrechung der Blockade und Behinderung der alliierten Seestreitkräfte und ihrer Versorgung. Die Versenkung des britischen Passagierdampfers Lusitania im Mai 1915 kündigte einen gnadenlosen, uneingeschränkten U-Bootkrieg an, der dann auch stattfand. 1917 fügten die deutschen U-Boote der Handelsmarine der Alliierten verheerende Schäden zu, welche allein im April an die 680 000 BRT verloren. Sie durchkreuzten alle Meere und waren zahlenmäßig weit überlegen. Deshalb war es auch notwendig, Methoden zur Tarnung der Schiffe zu entwickeln. Die Maler - hauptsächlich Briten - nahmen diese Arbeit in Angriff, andere Aufgaben hatten sie ja kaum. Da keine Seeschlachten mehr stattfanden und sich statt dessen der U-Bootkrieg ausweitete, fehlte ihnen dieses klassische Motiv, das Manet als einer der letzten darstellte, als er den amerikanischen Sezessionskrieg malte.
1914 verfügte Frankreich über 162 Flugzeuge. 1918 waren es bereits 11 836, wovon 3 437 an der Front eingesetzt wurden. Diese Zahlen sprechen für sich. Die Entwicklung in den Ländern des Commonwealth und den Mittelmächten war vergleichbar. Im gesamten Verlauf des Krieges wurden immer größere technische Fortschritte erzielt. Die Verbesserungen betrafen die Geschwindigkeit, die Wendigkeit, die Reichweite, die Bewaffnung, die Pilotenausbildung und die Organisation der Luftwaffe. Besondere Einsatzbereiche bildeten sich heraus: Aufklärung, Verteidigung, Angriff, Bombenabwurf. Zu diesem Zweck mußten neue, schwerere Flugzeuge entwickelt werden, die mit zwei Motoren ausgerüstet waren, während Jagdflugzeuge ein größeres Leistungsvermögen, geringeres Gewicht und höhere Wendigkeit erforderten. In den kriegführenden Ländern wurde der Pilot zum Inbegriff des Helden, zum As im Luftkampf, ein neuzeitlicher Ritter der Lüfte. Ihm blieb der anonyme Tod in den Schützengräben erspart, für die Öffentlichkeit verkörperte er althergebrachte Tugenden. Der ausschlaggebende Punkt war nun nicht mehr militärischer, sondern wirtschaftlicher Art, nämlich die Fähigkeit eines Landes, seine Industrie fast vollständig auf die Produktion von Rüstungsgütern umzustellen, sich mit Rohstoffen zu versorgen, sämtliche Arbeitskräfte zu mobilisieren, alles mit dem Ziel der Vernichtung. Die Folgen des Ersten Weltkriegs sind hinlänglich bekannt: die allgemeine Berufstätigkeit der Frauen, der Aufschwung der Schwerindustrie, der Metallurgie, der Chemie, des Maschinenbaus, der Sieg der Alliierten, nachdem die Wirtschaftsmacht Amerika Großbritannien und Frankreich ihre Unterstützung gewährt hatte und die Blockade die Produktion der deutschen Fabriken allmählich lahmlegte. Diese waren nicht mehr imstande, ausreichend Munition herzustellen, Nachschub an Waffen zu liefern, mit der Panzerproduktion ihrer Gegner mitzuhalten: die Niederlage bahnte sich an. Unsägliches Leid . . . |
Der Seekrieg
Der Luftkrieg
Die Industrie |